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Fotokurs: 7 Fotografie-Tipps für Anfänger

Tanja Van Lonsperch Unkategorisiert, Van Lonsperch's Blog Leave a Comment

Dieser Mini-Fotokurs lehrt dich 7 wertvolle Tipps zum Fotografieren, die dich gerade als Anfänger auf die richtige Foto-Spur bringen können. Zum richtig fotografieren sind erstmal die Fotografie Grundlagen besonders wichtig. Hol dir auch mein kostenloses Grundlagen-Cheatsheet und pack es in deinen Kamera-Rucksack!

Das Geheimrezept…

…ist ganz einfach: Geh raus und shoote so viel wie möglich. Bearbeite und evaluiere deine Bilder am PC, geh raus und shoote wieder. Mach das, bis du 10.000 Aufnahmen geschossen hast und dann wirst du feststellen, dass deine Kamera macht, was du möchtest!

Als Grundausrüstung…

…brauchst du eine Kamera, ein Stativ, Speicherkarten, einen Fernauslöser und ein oder zwei Objektive, wobei ich dir hier Brennweiten zwischen 50 und 80mm für den Anfang empfehlen würde, wenn du dich für Portrait interessierst. Bei Landschaft geh mehr auf 24mm oder noch weitwinkeliger. Wenn du Landschaft und Portrait kombinieren möchtest, check dir ein 24-70mm, du kannst dir für den Anfang ja ein günstiges suchen und musst noch nicht zu ner originalen Profi-Linse greifen.

Lies das Manual!

Ja, ich weiß, ich hasse es auch. Aber mach es. Versprich es mir. Leg es irgendwo hin, wo du ohnehin öfter mal einfach nur Zeit tot schlägst. Auf der Toilette, im Auto beim Warten auf die Kids etc und lies einfach hin und wieder mal ein paar Abschnitte daraus. Du kannst dir jede Fotoschule der Welt sparen, wenn du es auswendig lernst und verstehst.
Ich weiß, niemand lernt es auswendig. 🙂 Aber blättere es durch, glaub mir. Fotografie Kurse und Fotoworkshops kannst du aufbauend darauf besuchen. Dort kannst du innerhalb kürzester Zeit und hoch qualitativ lernen, wie du das nun umsetzt, was du in deinem Manual alles gefunden hast. Das Manual ist ein kleiner Wissens-Goldschatz zum fotografieren lernen.

Goldener Schnitt

Ich behaupte: In allen kreativ angehauchten Tätigkeiten kann dich diese Regel sehr schnell zu hochwertigeren Ergebnissen bringen.
Speziell in der Fotografie hilft diese Regel zu einem harmonischen Bildaufbau.

Der goldene Schnitt ist ein Aufteilungsverhältnis, welches in der Natur oft vorkommt und möglicherweise daher vom menschlichen Auge als besonders harmonisch gesehen wird. Er besagt, dass das Bild horizontal sowie vertikal jeweils in drei exakt gleich große Drittel aufgeteilt wird. Platzieren wir nun ein für unsere Bildaussage wichtiges Objekt genau auf der Achse einer dieser Linien, wirkt das Bild interessanter oder natürlicher.

 

Im Beispiel habe ich das Auge von meinem Hund Pepe exakt in der rechten oberen Ecke des Bildes platziert. Der Betrachter wird somit von allen Seiten zu diesem Auge geleitet.Eine Regel, mit der man sehr schnell loslegen und üben kann.

 

Manuell statt Automatik

Viele Leute glauben, dass die Zauberei in der Kamera und in Photoshop passiert. Ein weit verbreiteter Irrglaube. Das wahre Geheimnis der Fotografie ist das Licht. Ein gut belichtetes Objekt kann durchaus schlecht fotografiert werden, aber ein schlecht belichtetes Objekt wird am Endbild niemals gut aussehen.

Es ist so und es hilft nichts: Du musst dir die Grundkenntnisse der Belichtung aneignen. Blende, Belichtungszeit und ISO.
Wenn du ein Bild aufnimmst, öffnet sich der Spiegel in deiner Kamera und lässt Licht hinein. Dieses Licht trifft den Sensor deiner Kamera und so entsteht dein Bild. Mit diesen drei Parametern kannst du den Aufprall des Lichts lenken:

Blende: Je größer die Blendenöffnung deiner Kamera ist, desto mehr Licht kommt hinein. Gemessen wird die Blendenöffnung in f-stops (f/1,4, f/16,…). Je kleiner die Blendenzahl desto größer die Blendenöffnung. Eine Blendenöffnung von f/1.4 ist somit sehr offen und eine Öffnung von f/22 nur sehr, sehr klein.

Belichtungszeit: Legt fest, wie lange der Sensor in deiner Kamera belichtet wird. Je länger die Belichtungszeit deiner Kamera ist, desto mehr Licht berührt den Sensor. Die Belichtungszeit beeinflusst außerdem die Sensibilität von Bewegung. Eine lange Belichtungszeit (zB 1/60 Sek.) produziert Bewegungsunschärfe, eine kurze friert Bewegung ein (zB 1/300 Sek.).

ISO: Legt die Lichtempfindlichkeit des Sensors fest (zB ISO 100, 400, 6400, etc). Eine hohe ISO erlaubt das Fotografieren in dunklen Räumen, hat aber den Preis des Bildrauschens.

 

 

Das Equipment ist nicht schuld!

Ja, es ist wahr, in der Fotografie ist gute Ausrüstung gold wert. Aber um kreative und technische korrekte Bilder zu gestalten, muss man keine Unmengen an Euros investieren.
“Use what you HAVE” ist eine der ersten Regeln, die du in der Fotografie lernst. Und hier ist das “Warum”:

Am Ende dreht sich alles um folgende Dinge: Licht, Belichtung, Komposition, Winkel, Perspektive und Bearbeitung. Wenn du diese Dinge beherrscht, kannst du sogar mit deinem Smartphone großartige Bilder schießen.
Natürlich stößt jedes Equipment irgendwo an seine Grenzen und so wirst du im Laufe deines fotografischen Weges feststellen, dass du einen neuen Blitz, ein bestimmtes Objektiv oder eine teurere Kamera benötigst. Allerdings: Das Aufstocken deines Equipments wird deine fotografischen Skills nicht verbessern!
Je schneller du dies akzeptierst, desto eher wirst du dich selbst aufs nächste Level bringen!
Stocke dein Equipment erst dann auf, wenn du genau weißt, was dir in deiner Fotografie fehlt und du definitiv das Knowhow besitzt, dies umzusetzen.

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Perspektive ändern

Die beliebteste Foto-Perspektive ist wohl die klassische – wie ich sie nenne – Mafia-Headshot-Position: Direkt aus Augenhöhe, frontal aufs Objekt geballert, das Motiv zentral im Bild platziert. Boom! Kann ein Bombenfoto werden, keine Frage!
Allerdings kannst du in der Welt der Fotografie mit ungewöhnlichsten Winkeln und Perspektiven arbeiten und so für Überraschungs-Momente oder eine besonders interessante Bildsprache sorgen.

*) Ändere deinen Horizont: Bewege dich seitlich ums Objekt. Du wirst staunen, wie sich das gesamte Bild verändert und oft nur dadurch rasant verbessert.
*) Geh in die Hocke: Mach dein Bild mal so flach wie möglich vom Boden aus und erziele so einen unscharfen Vordergrund oder kletter auf den nächsten Baum und gestalte dein Bild von oben!
*) Komm mal näher: Entferne dich von deinem Objekt, um mehr von der Umgebung mit ins Bild fließen zu lassen oder mach eine Nahaufnahme von einem besonders schönen Detail.

Kombiniere alle drei Punkte und shoote, shoote, shoote! Die beiden Beispielbilder von Larissa wurden an der selben Location innerhalb von 5 Sekunden aufgenommen, ich habe lediglich die Perspektive verändert und sie hat die Kamera mit ihren Augen verfolgt.

  Scotland-portrait-photographer

 

Digitale Dunkelkammer

Die Nachbearbeitung deiner Bilder ist unverzichtbar! Es kursiert der weit verbreitete Irrglaube, dass man ein Bild mit der digitalen Nachbearbeitung von Grund auf verfälscht und so kommt es, dass einige Fotografen ihre Bilder niemals bearbeiten und sie stets im “natürlichen” Zustand belassen. Eine sehr lobenswerte Sichtweise, doch sie ist nicht ganz wahr.

Glaube es oder nicht: Deine Kamera betreibt bereits selbst digitale Nachbearbeitung! Während die RAW-Datei deines Bildes völlig unverändert auf deiner Speicherkarte haust, siehst du auf dem kleinen LCD-Bildschirm deiner Kamera bereits eine kamerainterne Interpretation des Endmaterials. Kontraste und Farben werden laut technischem Standard korrigiert angezeigt. Öffnest du schließlich mit einem Entwicklungstool deine RAW-Datei wird sie etwas anders, meist flauer, aussehen. Dies ist deine tatsächlich noch unberührte Datei. Wenn du in JPG fotografierst, enthält deine Datei bereits diesen vorprogrammierten Colorlook der Kamera und du kannst nichts mehr daran ändern.

Mit der Bildbearbeitung kann man maßlos übertreiben, künstlerisch und zeitlos stilisieren oder aber auch einfach nur das hervorheben, was im Bild bereits vorhanden war.
Ganz ohne Bildbearbeitung oder digitale Entwicklung verschenkst du meiner Meinung nach eine sehr große kreative Kraft.

 

RAW-Datei unbearbeitet

RAW-Datei mit Lightroom-Entwicklung

Kreatives Familienfoto in den Kirschblüten

Fertiges TIFF nach meinem Photoshop-Workflow

Zoome nicht, bewege dich!

Zoom-Ojektive sind toll! Ich benutze sie zB auf Reisen oder in der Tierfotografie. Tiere sind flink und meist weit entfernt und Landschaften erfordern meist unterschiedliche Brennweiten im weitwinkeligen Bereich und so hat sich für mich die klassiche Kombination aus 24-70 mm und 70-200 mm als die ultimative Reiseausrüstung herausgestellt.
Bei einem Shooting setze ich auf fixe Brennweiten.

Warum? Feste Brennweiten (zB 50 mm oder 85 mm) zwingen dich dazu, dich zu bewegen. Du musst nach vor, du musst weiter zurück. Und wenn du schon dabei bist, machst du es automatisch, dass du deinen kompletten Winkel veränderst und dich frei um dein Motiv herum bewegst. Du kommst aus der Bequemlichkeit heraus und erweiterst somit automatisch deinen kreativen Horizont. Ungeahnte Möglichkeiten tun sich auf!
Der Lerneffekt ist größer und die Anschaffungskosten sind sogar geringer. Gerade mit der Allround-Brennweite für Portraits von 50 mm gibt es sehr günstige Einsteiger-Objektive mit einer bombastischen Lichtstärke bei Blende 1.8.

 

 

Achtung, ich möchte dir nicht ausreden, Zoomobjektive zu verwenden. Viele Profifotografen arbeiten ausschließlich mit Zoom. Mein Tipp hier ist: Bewege dich am Anfang! Du bekommst so ein Gefühl dafür, was alles möglich ist und lernst, dass du als Fotograf etwas tun musst. Du kannst für die Übung auch einfach dein Zoomobjektiv bei 50 mm mit Klebeband fixieren. Ob du am Ende zu Zoom oder Festbrennweiten tendierst, weißt du spätestens nach deinen ersten 10.000 Aufnahmen. 🙂

Blitz auf oder in der Kamera?

Mit dem standardmäßig eingebauten Blitz auf der Kamera ist es meiner Meinung nach so, dass du diesen in genau einer Situation verwenden kannst und zwar, wenn du auf einer Landstraße plötzlich von einem Reh überrascht wirst und diesen Moment realitätsnah festhalten möchtest. Genau so sehen Menschen nämlich aus, wenn man sie mit dem eingebauten Blitz fotografiert. Und auch nur, wenn man nah genug am Motiv dran ist. Am besten also gleich mit Superkleber ankleben und nie ausfahren.

Sehr viel besser sieht es hier schon aus mit externen Speedlights, die du am Blitzschuh deiner Kamera befestigen kannst oder (noch besser) extern auf einem Stativ verwendest und somit völlig flexibel bist. Speedlights verfügen im besten Fall über dreh- und schwenkbare Blitzköpfe und so kannst du zB indirekt eine weiße Wand anblitzen, um nur das Umgebungslicht aufzubessern und dennoch einen natürlichen Look beizubehalten oder du kannst Lichtformer verwenden, um das Blitzlicht gezielt zu lenken und abzusoften.

Da das Thema Blitzen allerdings ein sehr großes und vielseitiges ist, empfiehlt es sich, es als Anfänger erstmal außen vor zu lassen. Überfordere dich nicht, beherrsche zunächst die Grundkenntnisse und setz dich dann mit den Blitzen auseinander.

 


Perfekt aufbauend auf die 7 Fotografie-Tipps: 

fotoworkshops-graz

Fotografie Anfänger-Workshop

Fotografieren-lernen-Graz (1)
Termine: 9.6.2019 | 26.10.2019


Photoshop Intensiv Workshop

Grundkenntnisse notwendig, Perfekter Aufbaukurs: Fotografie-Anfängerworkshop
Termin: 1.12.2019


Van Lonsperch Princess Workshop

für Fortgeschrittene
Termin: 9.11.2019

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